LESEMONAT SEPTEMBER 2020

Hallöchen ihr Lieben, wie schön, dass ihr wieder da seid! Heute möchte ich euch meinen Lesemonat September vorstellen, in dem ich vier Bücher geschafft habe:

  • „LYING GAME 1 – Und raus bist du“ von Sara Shepard
  • „LYING GAME 2 – Weg bist du noch lange nicht“ von Sara Shepard
  • „LYING GAME 3 – Mein Herz ist rein“ von Sara Shepard
  • „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek

„LYING GAME Teile 1 bis 3“ von Sara Shepard

Da ich ja ein riesen Fan von Sara Shepard und ihren Büchern bin, musste unbedingt die „LYING GAME“-Reihe bei mir einziehen. Insgesamt besteht die Reihe aus sechs Bänden, von denen ich im September gleich mal die ersten drei direkt hintereinander weggelesen habe.

Covers LYING GAME-Reihe Teile 1 bis 3

INHALT

Emma Paxton, die kurz vor ihrem 18. Geburtstag steht, hat fast ihre gesamte Kindheit als Pflegekind in den unterschiedlichsten Familien verbracht. Ihre Mutter Becky war aufgrund psychischer Probleme nicht mehr in der Lage, sich um Emma zu kümmern und hat sie als kleines Mädchen bei einem Supermarkt zurückgelassen. Emma fühlt sich bis in die Gegenwart unfassbar alleine und entwurzelt. Leider hat sie nie die Erfahrung eines geborgenen, stabilen und liebevollen Familienlebens machen können – ein Bedürfnis, das bis heute wie eine Wunde in ihr brennt.

Durch ihren Pflegebruder erfährt Emma von einem ziemlich schockierenden Video im Internet, in dem es scheint, als würde ein junges Mädchen vor laufender Kamera erwürgt. Und als wäre dies allein nicht schon krass genug, gibt es noch eine große Besonderheit an diesem merkwürdigen Video: Das Mädchen, das vor laufender Kamera getötet zu werden scheint, sieht aus wie Emma!

Emma kommt schließlich auf eine unfassbare Idee: Könnte es womöglich sein, dass sie eine Zwillingsschwester hat, von der sie nie etwas geahnt hat? Wurde diese direkt nach der Geburt von ihr getrennt? Und falls ja: Was hat es dann mit diesem schrägen Video auf sich? War das vielleicht nur ein makabrer Scherz? Emma startet eine Recherche auf Facebook und es soll nicht lange dauern, bis sie schließlich wirklich auf das Facebookprofil von Sutton Mercer stößt, Emmas Zwillingsschwester, die bei einer reichen und liebevollen Familie in einer Kleinstadt in Phoenix lebt. Emma nimmt sofort Kontakt zu ihrer Schwester auf. Sutton reagiert begeistert auf Emmas Nachricht und lädt sie zu sich nach Phoenix ein: Schließlich muss dieses unverhoffte und unerwartete Wiedersehen der beiden Schwestern gefeiert werden. Könnte dies also der Beginn des Familienlebens sein, das sich Emma immer so sehr gewünscht hat?

Emma setzt sich in den Bus und ist kurz darauf in der Heimatstadt von Sutton angekommen. Doch Sutton erscheint nicht am ausgemachten Treffpunkt. Stattdessen erhält Emma eine zutiefst verstörende und beunruhigende Nachricht: Sutton sei tot und Emma müsse nun Suttons Rolle übernehmen, wenn sie nicht ebenfalls sterben wolle. Nun bleibt Emma keine andere Wahl, als Suttons Leben zu übernehmen, denn niemand glaubt ihr, als sie erste Versuche unternimmt, ihre Situation zu erklären. Und nun gibt es genau zwei Personen, die wissen, dass Sutton nicht mehr lebt und von ihrer Schwester „gespielt“ wird: Emma und Suttons Mörder.

Emma macht sich daraufhin daran, selbstständig zu ermitteln, wer ihre Schwester getötet hat. Bald merkt sie, dass Sutton zwar zu den beliebtesten, aber auch zu den gefürchtetesten Mädchen der Highschool gehört hat und somit gibt es viele, die ein Motiv hätten, Sutton zu töten…

AUFBAU DES BUCHES UND MEINE MEINUNG

Gleich zu Beginn des Buches wartet die Geschichte im Hinblick auf die Erzählperspektive mit einer Überraschung auf. Denn: Zusätzlich zu Emmas Erzählperspektive, bei der es sich um einen auktorialen Erzähler in der dritten Person Singular handelt, kommt eine weitere Erzählperspektive als Ich-Erzähler dazu. Auch, wenn ich hierzu nicht mehr sagen möchte, um euch nicht zu spoilern, muss ich sagen, dass ich diesen Kniff in der Erzählweise superspannend und gelungen fand! Beide Perspektiven ergänzen sich großartig miteinander und ermöglichen uns als Leser manchmal Einblicke in die Zusammenhänge der Geschichte, die die Protagonistin Emma erstmal nicht haben kann.

Mir hat es unheimlich gut gefallen, wie ich als Leserin gemeinsam mit Emma immer mehr in Suttons Leben eintauchen und Stück für Stück mehr über sie und ihr Umfeld erfahren konnte. Dass das ganze selbstverständlich nicht sonderlich realistisch ist, ist denke ich klar (sowas stört mich bei Sara Shepard aber zugegebenermaßen auch nicht sonderlich). Wie in allen Büchern von Sara Shepard spielt auch die LYING GAME-Reihe wieder in recht elitären, wohlhabenden Kreisen der amerikanischen Oberschicht, in denen die Charaktere ziemlich luxuriöse Leben führen (ein Aspekt, der mit Emmas Erfahrungen kollidiert, die in ihrem bisherigen Leben unter ärmlichen Bedingungen von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gegeben wurde – ein Teil der Geschichte, den ich sehr spannend zu beobachten fand).

Und wie immer wartet Sara Shepard wieder mit so mancher Wendung und so manchem Geheimnis auf, eigentlich so, wie es typisch für ihre Romane ist.

Was man der LYING GAME-Reihe allerdings anmerkt, ist die Tatsache, dass diese auf insgesamt sechs Bände ausgelegt ist und auch dementsprechend geplant und geschrieben wurde. Will heißen: Im Gegensatz zu anderen Büchern und Reihen von Sara Shepard ist das Erzähltempo dieser Bücher doch eher als gemächlich und langsam zu bezeichnen. Alles in allem lässt sich Sara Shepard in der LYING GAME-Reihe viel mehr Zeit, ihre Handlung voranzutreiben. Das sonst so atemlose Erzähltempo mit zahlreichen Wendungen und Ereignissen, die sich ständig zu überschlagen scheinen, sucht man hier doch eher vergeblich. Das fand ich persönlich zwar verständlich, aber auch zugegebenermaßen etwas schade, da ich Sara Shepard für ihr großes Talent, den Leser vom einen spannungsgeladenen Wendepunkt zum nächsten zu schicken, sehr schätze. Dies hat mir hier gefehlt.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich die LYING GAME-Reihe sehr gern gelesen habe. Sowohl der Grundgedanke der Geschichte, als auch der Aufbau, die Charaktere und die Geheimnisse, die die Figuren miteinander verbinden, fand ich in den ersten drei Bänden sehr gelungen. Ich habe mich einfach sehr gerne in der Welt dieser Bücher aufgehalten und fand die Unterschiedlichkeit zwischen Emma und Sutton als Persönlichkeiten zwar nicht realistisch, aber dennoch sehr unterhaltsam zu lesen. Auch, wenn ich die Reihe definitiv fertiglesen werde (Band 4 befindet sich bereits auf meinem Kindle), muss ich aber dennoch anmerken, dass mir aufgrund des gemächlicheren Erzählstils und des zurückgenommenen Tempos (das auch mal für einige Längen sorgen kann, was ich sonst von Sara Shepard nicht kenne), das eigentlich sonst typische Page-Turner-Gefühl leider fehlt.

Wenn ihr gerne Young-Adult-Romane lest, die in Richtung von Pretty Little Liars gehen und Aspekte wie Crime und Mystery mit leicht verdaulichen Teenager-Geschichten verbinden, dann könnte euch die LYING GAME-Reihe wirklich gefallen!

Die Bücher sind bei cbt erschienen und haben jeweils um die 320 Seiten.

„Passagier 23“ von Sebastian Fitzek

Cover „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek

Es mag unglaublich erscheinen, aber das hier war tatsächlich mein „erster Fitzek“. Auch, wenn gefühlt JEDER schonmal was von Sebastian Fitzek gelesen hat, hatte ich hier bisher noch eine große Bildungslücke. Ich hab schon so viel von ihm gehört, von begeisterten Fans, die stundenlang für ein Autogramm von ihm anstehen und von Kritikern, die seine Bücher nichtmal mit der Kneifzange anfassen würden. Alles in allem scheint Sebastian Fitzek für seine Fans aber ein absoluter Knaller zu sein und sein Erfolg, der ihn schon lange als absoluten Bestseller-Garant auszeichnet, scheint ihm recht zu geben. Ich war jedenfalls unheimlich neugierig, wie ich die Bücher von Sebastian Fitzek finden würde und habe mich nach einiger Recherche für „Passagier 23“ entschieden, da mich der Gedanke sehr fasziniert, dass dieser Psychothriller auf so begrenztem Raum spielt.

INHALT

Der Polizeipsychologe Dr. Martin Schwartz ist seit fünf Jahren ein komplettes psychisches Wrack. Denn vor fünf Jahren verlor er seine Frau Nadja und seinen Sohn Timmy, als die beiden einen extrem rätselhaften Tod an Bord des Luxuskreuzfahrtschiffs „Sultan of the Seas“ starben. Martin weiß bis heute nicht genau, was damals wirklich geschehen ist, da er zu diesem Zeitpunkt in einem Undercover-Einsatz der Polizei unterwegs war und seine Familie nicht auf Kreuzfahrt begleiten konnte. Wie es scheint, hat seine Frau Nadja an Bord des Luxusschiffs sogenannten erweiterten Suizid begangen – hat also nicht nur sich selbst, sondern auch ihrem kleinen Sohn Timmy das Leben genommen, in dem beide absichtlich über Bord gingen – so lautet zumindest die offizielle Erklärung der Reederei, der Martin bis heute nicht glauben kann.

Seit dem Tod seiner Frau und seines Sohnes sieht Martin keinen Sinn in seiner Existenz mehr. Er geistert von einem hochriskanten Spezialpolizeieinsatz zum nächsten und scheint sich aufgegeben zu haben…

…Bis er eines Tages einen rätselhaften Anruf einer älteren Dame erhält, die ihm erzählt, sie sei Thriller-Autorin und habe neue Hinweise zu Timmys Verschwinden an Bord der Sultan of the Seas. Sie fordert Martin auf, sich schnellstmöglich an Bord der Sultan of the Seas zu begeben, da sich dort etwas Unglaubliches ereignet hat: Die vierzehnjährige Anouk ist gemeinsam mit ihrer Mutter vor einigen Wochen ebenfalls von Bord des Kreuzfahrtschiffs verschwunden – doch nun ist sie überraschend wieder aufgetaucht. Und bei ihrer Rückkehr hat sie den Teddy von Martins Sohn Timmy bei sich…

Martin Schwartz muss seinem schlimmsten Alptraum ins Auge sehen und begibt sich an Bord des Luxuskreuzfahrtschiffs und versucht herauszufinden, was damals wirklich mit seiner Frau und seinem Sohn geschehen ist.

MEINE MEINUNG

Ich muss sagen, dass ich echt viel Spaß beim Lesen von „Passagier 23“ hatte. Auch, wenn ich den Prolog (der irgendwie erst ganz zum Schluss im Epilog wieder aufgegriffen wird) zunächst eher ziemlich abstoßend fand, da ich das Gefühl hatte, dass es hier eher um Effekthascherei mit einer besonders brutalen, blutigen und gestörten Szene ging, habe ich doch dann schließlich sehr gut ins Buch reingefunden.

Obwohl ich den Protagonisten Martin Schwartz grundsätzlich echt gerne durch das Buch begleitet habe und mich immer dafür interessiert habe, wie es mit ihm und seinem Aufenthalt auf der „Sultan of the Seas“ weitergeht, muss ich aber hier einen Kritikpunkt anbringen:

Es schien mir, als seien so ziemlich alle Charaktere dieses Buches so hoffnungslos überzeichnet, dass sie mir teilweise fast wie Karikaturen oder totale Stereotype vorkamen. Grundsätzlich scheint Sebastian Fitzek etwas zur Übertreibung zu neigen, sodass ich mich öfters fragte: „Eine Nummer kleiner hattest du es nicht?“ – Da reicht es beispielsweise nicht, dass die verschwundene und wieder aufgetauchte Anouk ein ziemlich intelligentes Mädchen ist – nein, sie ist sogar höchstbegabt und beherrscht mehrere Sprachen und gilt als absolutes Genie. Und der Protagonist Martin Schwartz ist nicht einfach nur psychisch extremst belastet – er spritzt sich selber sogar HIV-Antikörper, zieht sich selbst einen Schneidezahn mit einer Zange, die er mal eben aus der Tasche zieht und lässt sich eine Tätowierung stechen – nur, um für einen Undercover-Einsatz optimal vorbereitet und unter den heimlich überwachten Kriminellen glaubwürdig zu sein. Das ist zwar eine extrem „aufopfernde“ und lebensmüde anmutende Verhaltensweise – ich fand es nur etwas „über’s Ziel hinaus“ und sehr übertrieben.

Generell hat man wahrscheinlich mehr von einem Fitzek-Thriller, wenn man seinen Drang zu hinterfragen, wie realistisch das ganze überhaupt sein kann, am Anfang des Buches abgibt. Ich bin der Meinung, dass man dieses Buch nicht sonderlich mögen wird, wenn man sich die ganze Zeit überlegt, wie und ob so etwas in Realität überhaupt funktionieren würde. Ich denke, dass man sich mit der Prämisse, dass Sebastian Fitzek die Realität bis ins Extreme dehnt, anfreunden können muss, um seinen Thriller „Passagier 23“ genießen zu können. Ich bin irgendwann recht gut damit klargekommen, dass man das ganze in seiner realitätsnahen Machbarkeit einfach nicht hinterfragen darf – und genau an dieser Stelle wartet dann der Lesespaß auf einen!

Ich muss wirklich sagen, dass mich dieser Psychothriller wirklich super unterhalten hat. Das ganze mag natürlich keine große, bedeutsame Literatur sein, aber das behauptet ja auch niemand. Hier handelt es sich um typische Unterhaltung für zwischendurch. Und dementsprechend sollte wahrscheinlich auch die eigene Erwartungshaltung sein. Die Geschichte fand ich spannend und interessant und tatsächlich auch nicht zu vorhersehbar, sodass ich das ein oder andere Mal auch echt überrascht war von dem, was Sebastian Fitzek alles an Wendungen aus dem Hut zaubert. So endet fast jedes Kapitel mit einem Cliffhanger, der ganz automatisch dafür sorgt, dass man unbedingt weiterlesen und erfahren möchte, wie es weitergeht. Manche Menschen (vor allem Fitzeks Kritiker) empfinden diese Cliffhanger-Technik am Ende eines jeden Kapitels vielleicht als billigen Taschenspielertrick – ich muss aber sagen, dass ich persönlich solche Cliffhanger ganz cool finde. Für mich persönlich wurde die Spannung so gesteigert und aufrechterhalten, genauso wie mein Lesespaß. Ob man sowas mag, oder nicht, ist denke ich total individuell und jede Sichtweise ist hier absolut legitim. Ich mochte Sebastian Fitzeks Art zu plotten und seine Geschichte aufzubauen wirklich gerne.

Die Auflösung am Ende fand ich recht gelungen (wobei ich im Hinblick auf den Epilog bis jetzt noch etwas gespalten bin), wenn ich auch den Teil, der dann in der dominikanischen Republik spielt (und der noch einige Erklärungen liefert), teilweise nicht mehr ganz logisch fand. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch am Ende sehr zufrieden und sehr gut unterhalten beendet.

Wenn ihr gerne Psychothriller lest und euch das Setting eines Luxuskreuzfahrtschiffs interessiert, wo gekonnt mit der luxuriösen Urlaubsatmosphäre und einer tödlich-krankhaften-klaustrophobischen Stimmung auf der anderen Seite gespielt wird und ihr über recht unnatürliche Charaktere hinwegsehen könnt, dann kann ich euch „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek echt empfehlen.

Ich werde -wenn auch nach einer Pause- bestimmt noch weitere Bücher von Sebastian Fitzek lesen, wenn ich auf einen Klappentext stoße, der mich interessiert.

Das Buch ist bei Knaur erschienen und hat 432 Seiten.

Das war’s auch schon mit meinem Lesemonat für den September. Habt ihr schon was von den genannten Büchern gelesen? Oder stehen diese vielleicht auf euren Wunschlisten? Wenn ja, was denkt ihr denn über die Bücher? Ich freue mich sehr über den Austausch in den Kommentaren mit euch!

Ansonsten freue ich mich auch wie verrückt, wenn ihr auf meinem Podcast „Seitengeraschel“ vorbeischaut und reinhört. Ihr findet diesen auf Spotify, iTunes, Podimo oder auch sonst überall, wo es Podcasts gibt!

Bis bald und alles Liebe,

Christina 🙂

Werbung wegen Markennennung. Ich habe alle Bücher von meinem eigenen Geld bezahlt und erhalte für die Rezensionen keinerlei Vergütung.

Ein Kommentar zu „LESEMONAT SEPTEMBER 2020

  1. Toller, gut geschriebener Blogbeitrag! Die Bücher muss ich auch irgendwann mal lesen… Besonders gespannt bin ich auf den Fitzek, danich von diesem Buch schon viel Gutes gehört hab. 🙂

    Freue mich schon, von deinem nächsten Lesemonat zu lesen.

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