„Der Tod und das dunkle Meer“ von Stuart Turton

Wahrscheinlich habe ich auf kaum einen Erscheinungstermin dieses Jahr so sehr hingefiebert, wie auf den für den neuen Kriminalroman von Stuart Turton. Sein Erstling, „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“, hatte mich ja komplett begeistert, aus den Socken gehauen und ist nicht umsonst eines meiner größten Lebenslesehighlights. Daher wundert es die Buchfans unter euch sicher nicht, dass ich schon vor Monaten ungeduldig den Release-Termin gegoogelt und fast die Tage gezählt habe, bis ich dieses Schätzchen endlich in Händen halten konnte. Am Erscheinungstermin habe ich mir das Buch dann endlich freudestrahlend aus der Buchhandlung geholt und musste selbstverständlich sofort mit der Lektüre beginnen. Uuuuuund: Es wurde zur Enttäuschung des Jahres für mich. Leider.

INHALT

Wir schreiben das Jahr 1634, als das Handelsschiff „Saardam“ von der indonesischen Küste Batavias Richtung Amsterdam aufbricht, um für die Ostindien-Kompanie massenweise Gewürze und weitere exotische Ware in die Niederlande zu bringen. An Bord befinden sich neben der unberechenbaren und bettelarmen Mannschaft auch einige Adelige und Honoratioren, die es kaum erwarten können, wieder in die niederländische Heimat zurückzukehren. Ein Passagier sieht der Ankunft in Amsterdam aber mit Grausen entgegen, denn der Detektiv Samuel Pipps ist auf dem Weg zu seiner Hinrichtung. Sein Assistent und bester Freund, Arent Hayes, tut derweil alles, um die rätselhaften Vorwürfe zu entkräften, die gegen Pipps erhoben werden. Als dann plötzlich das Zeichen des Teufels an Bord auftaucht und mehrere zutiefst verstörende Morde geschehen, muss Arent allergrößten Mut beweisen, um die „Saardam“ vor dem Verderben und der Herrschaft des Teufels zu bewahren…

WARUM HAT ES MIR NICHT GEFALLEN?

Zunächst mal muss ich der Fairness halber unbedingt sagen: Ja, das Buch war wirklich sehr atmosphärisch und stimmungsvoll. Stuart Turton hat es wirklich geschafft, dass ich mich beim Lesen gefühlt habe, als wäre ich im 17. Jahrhundert an Bord eines Schiffes der Ostindien-Kompanie. Auch die Beklemmung an Bord, die Düsternis und der omnipräsente Aberglaube dieser Epoche konnte ich richtig spüren. Was war also das Problem?

Ich glaube, dass das größte Problem für mich war, dass ich darauf gehofft hatte, dass das Buch mich genauso fesseln würde, wie damals „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“. Damals war ich buchstäblich auf Seite 1 und das Buch hatte mich in seinen einmaligen Bann geschlagen und ich konnte es nicht mehr weglegen. Seite für Seite wartete Stuart Turton damals mit wirklich (!) unvorhersehbaren Plottwists auf, dass mir ganz schwindelig wurde. Ich habe dieses Buch so gefeiert, dass ich buchstäblich nach jeder zweiten Seite zufrieden dachte: „Und genau DAFÜR werden Bücher gemacht!“… und all dies war beim neuen Buch des Autors leider überhaupt nicht der Fall. Für mich kam leider kaum Spannung auf. Immer wieder hoffte ich, dass die Handlung nun endlich Fahrt aufnehmen würde und ich wieder genauso in die Geschichte gesogen würde, wie bei Turtons erstem Buch. Aber leider plätscherte die Handlung für mein Empfinden nur so dahin, ohne dass mich die Geschichte nur annähernd so in Atem gehalten hätte, wie erhofft. Leider konnte mich auch das Ende mit der Auflösung nicht begeistern. Vielleicht lag es auch an mir, aber irgendwie fand ich das Ende doch arg konstruiert und teilweise etwas unlogisch. Hier fände ich es sehr spannend, mal zu hören, wie es euch damit ging, falls ihr es schon gelesen habt? Ich freue mich auf jeden Fall auf eure Kommentare. 🙂

MEINE ERWARTUNGSHALTUNG = EIN PROBLEM?

Natürlich muss ich bei aller Kritik eines zugeben: Meine Erwartungshaltung war schon wirklich EXTREM hoch. Auch, wenn man das bei meiner großen Begeisterung für „Evelyn Hardcastle“ sicher nachvollziehen kann, ist so eine übertrieben hohe Erwartung natürlich auch irgendwo ein Problem. Denn: Eine Enttäuschung ist da oftmals leider vorprogrammiert. Daher möchte ich der Fairness halber unbedingt anmerken, dass das neue Buch von Stuart Turton keinesfalls per se ein schlechtes Buch für mich war. Es hat nur leider meine Erwartungen absolut nicht erfüllen können. Und hierbei kann natürlich auch jeder Leser/ jede Leserin zu einem anderen Schluss kommen. Daher würde ich sagen: Wenn euch die Inhaltsangabe anspricht und ihr Lust auf eine Mischung aus Krimi und historischem Roman habt, dann gebt diesem Buch gerne mal eine Chance.

Falls ihr euch für eine noch eingehendere Rezension dieses Buches interessiert, seid ihr herzlich eingeladen, Ende Oktober auf meinem Podcast „Seitengeraschel“ vorbeizuschauen. Da werde ich in meinem Lesemonat Oktober in aller Ausführlichkeit über alles sprechen und auch auf Aspekte eingehen, die hier vielleicht etwas zu kurz kamen. Ihr findet meinen Podcast bei Spotify, iTunes, Podcast.de, AmazonMusic, Podimo und auch sonst überall, wo es Podcasts gibt. Hier gelangt ihr direkt zu Podcast.de und könnt schonmal andere Folgen von „Seitengeraschel“ anhören: https://www.podcast.de/podcast/818362/seitengeraschel

Ich würde mich freuen, wenn ihr vorbeischaut und reinhört! Bis bald!