„Die Morde von Kensington“ von Heather Redmond: Zeitreise ins 19. Jahrhundert

Cover: „Die Morde von Kensington“

Was mich unfassbar an diesem Buch angezogen hat, war auf jeden Fall schonmal die Tatsache, dass Charles Dickens himself der Protagonist der Geschichte ist. Eine Zeitreise ins 19. Jahrhundert zu machen und Charles Dickens bei seinen Ermittlungen in einem rätselhaften Giftanschlagsfall begleiten zu dürfen – was für eine coole Prämisse ist das, bitte? Daher habe ich mich sehr auf das Buch gefreut.

Der junge Charles Dickens sitzt bei einer angenehmen Abendgesellschaft bei seinem Verleger, als plötzlich eine Frau bewusstlos aufgefunden wird. Besonders spannend fand ich auch, dass bereits ein Jahr zuvor ein mysteriöser Todesfall in die Geschichte eingebracht wird: Rätselhafte, sich scheinbar wiederholende und irgendwie zusammenhängende Mordfälle faszinieren mich immer ganz besonders. Charles Dickens‘ Neugier als Journalist ist natürlich geweckt und er kann nicht anders, als selbst in dem Fall zu ermitteln. Dabei hat er die charmante Kate an seiner Seite.

Ich muss sagen, dass das gesamte Umfeld der Geschichte (englische Oberschicht des 19. Jahrhunderts) unheimlich viel Flair hatte und mir extrem gut gefallen hat. Ich fand es allerdings etwas schade, dass das Buch doch zu Beginn eher etwas langsam erzählt war und ich mir hier zumindest ein klein Bisschen mehr Tempo gewünscht hätte. Schließlich bin ich aber voll und ganz in die Geschichte abgetaucht. Was mich sehr überrascht hat und worüber ich mir zunächst nicht klar war, sind die gesellschaftlichen Regeln und Konventionen der viktorianischen Zeit, die die Autorin wunderbar eingefangen hat. So merkt man beispielsweise, wie schwierig es für Charles teilweise ist, bestimmte Menschen zu befragen, da er gesellschaftlich nicht unbedingt zur Oberschicht gehört. Solche speziellen Aspekte liebe ich in Geschichten, da man sich so einfach die Lebensumstände viel besser vorstellen kann.

Insgesamt ist mein Interesse an dem mysteriösen Fall mit der Zeit immer stärker geworden und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Zudem gelingt der Autorin auch eine tolle Balance zwischen Spannung und einem gemütlichen Lesefeeling – genauso muss Cosy Crime sein!

~Das Buch wurde mir kostenlos als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt~