„Ich bin Circe“ von Madeline Miller

Hallo ihr Lieben! Nach einer gefühlten Ewigkeit melde ich mich hier auf dem Blog endlich wieder zurück. Meine Bachelorarbeit ist vor kurzem fertig geworden (yaaay!!!) und nach einem kurzen Verschnaupäuschen bin ich mit meinen Buchrezensionen zurück – ich freu mich gigantisch!

Bei dem Roman „Ich bin Circe“ von Madeline Miller handelt es sich um eine Nacherzählung von Homers „Odyssee“ und „Ilias“, allerdings enthält der Roman auch Aspekte aus Ovids „Metamorphosen“ und Elemente aus den Werken des Euripides.

INHALT

Circe ist ein besonderes Wesen – sie ist die Tochter des Sonnengottes Helios und der Nymphe Perse, wo sie mit ihren unzähligen göttlichen Geschwistern in göttlichen Palästen aufwächst. Doch Circe ist ganz anders, als die anderen Götter ihrer doch sehr bunten, mächtigen Familie. So klingt Circes Stimme wie die Stimmen der Sterblichen und ihre Augen sind so goldgelb wie die eines Greifvogels. Außerdem ist sie (im Gegensatz zu ihrer göttlichen Familie) dazu fähig, tiefes Mitgefühl für das Leid der Sterblichen (sprich: der Menschen, Tiere und Pflanzen) zu empfinden und hat ein wildes, unzähmbares Temperament. Dies macht sie in ihrer Familie zur Außenseiterin. Als sie aber eines Tages einen schwerwiegenden Fehler begeht, den sie sofort bereut, wird sie zur Strafe von ihrem übermächtigen Vater Helios auf die kleine Insel Aiaia verbannt – diese liegt im griechischen Mittelmeer. Hier soll Circe bis in alle Zeit bleiben – und muss sich nun ein eigenes Leben aufbauen.

In ihrem neuen Leben macht Circe eine unglaublich spannende Entwicklung durch, sie lernt Tiere zu zähmen und entdeckt die Magie der Pflanzen für sich und wird zu einer mächtigen Hexe. Doch wie man sich vorstellen kann, ist damit Circes Geschichte noch lange nicht zu Ende – Genau genommen, war dies erst der Anfang.

AUFBAU UND ERZÄHLSTIL

Ein bildgewaltiges, farbenprächtiges, poetisches Buch, das dich auf eine abenteuerliche und tiefgründige Reise mit ins antike, mythologische Griechenland mitnimmt. Dabei wird das Buch aus der Perspektive einer Figur erzählt, die in den klassischen Erzählungen eher ein Schattendasein fristet und eher im Hintergrund bleibt. Die Autorin des Buches, Madeline Miller, ist studierte Altphilologin und hat in einem Interview gesagt, dass es ihr ein Bedürfnis war, der Figur der Circe eine eigene, starke Stimme zu geben. Und das ist ihr wirklich gelungen: Circe ist eine ungestüme, zutiefst menschliche Figur, die sich verliebt, sich von ihren Emotionen (positiven wie negativen) leiten lässt, Fehler macht und vor allem ihre ganz persönliche Stärke in sich entdeckt und sich zu einem starken weiblichen Charakter entwickelt, die für sich einsteht und ihr eigenes Ding macht.

Den Schreibstil von Madeline Miller kann ich nur als sprach- und bildgewaltig, teilweise poetisch und strotzend vor Farben bezeichnen. Ihr Erzählen ist geprägt von großen Emotionen, epischen Szenarien und psychologisch interessanten Entwicklungen der Figuren. Dabei schafft Madeline Miller es zur Perfektion, das eigentlich Unbeschreibliche beschreibbar zu machen. Zum Beispiel wird man direkt in den Wasserpalast des Meerestitans Okeanos hineinkatapultiert und man spürt förmlich den warmen Sommerwind Griechenlands, der vom strahlenden Mittelmeer her über Circes blühende Insel Aiaia weht.

MEINE MEINUNG

Für mich war der Roman eine unfassbar spannende Art, sich mit Sagen der griechischen Mythologie auseinanderzusetzen und eine tolle Gelegenheit, diese nochmal ganz neu kennenzulernen.

Ich würde auch sagen, dass dieses Buch auch definitiv etwas für Neulinge im Bereich Mythologie ist. Ich selbst zum Beispiel hatte aus meiner eigenen Schulzeit doch so manchen wieder vergessen und ich bin trotzdem wirklich super mitgekommen und habe vieles über die Mythologie gelernt. Insgesamt hat mich das Buch großartig unterhalten, ich bin in die Geschichte eingetaucht und habe die wunderschöne Sprache von Madeline Miller auf jeder Seite genossen und gefeiert. Ein feministisches, leidenschaftliches, farbenprächtiges, episches Buch!

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